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„Care Life – Gesundheitsvorsorge im Betrieb“

Mit der neuen Präventionskampagne „Care Life“ machen die unternehmensnahen Betriebskrankenkassen das Thema Krebsvorsorge zum Gesundheitsthema Nr. 1. Zum Start der Kampagne gab der BKV am 10. Mai eine Auftaktveranstaltung in Berlin und diskutierte mit Vertreter*innen aus Politik, Wissenschaft und Unternehmen über die Entwicklung von betrieblicher Gesundheitsförderung.

(v.l.n.r.) Dr. Lea Scheidt (SAP), Prof. Dr. Armin Grau (Grüne), Erwin Rüddel (CDU), Christine Aschenberg-Dugnus (FDP) und Lars Grein (BKK PwC) diskutierten darübe, wie Unternehmen Betriebliches Gesundheitsmanagement erleichtert werden könne. © BKV (Foto: Julia Kabella)

Vorsorgeuntersuchungen werden weniger in Anspruch genommen

In Deutschland erkranken jährlich rund 510.000 Menschen an Krebs. Jedoch ist seit der Covid-Pandemie ein deutlicher Rückgang an Vorsorgeuntersuchungen zu verzeichnen. Insbesondere bei der Krebsvorsorge belegen die Daten aus dem Jahr 2021, dass wahrgenommene Termine zur Früherkennung von Prostatakrebs um bis zu 6 % und von Hautkrebs gar um 20,8 % im Vergleich zu 2019 abgenommen haben. Dabei können Prävention und Früherkennung einen erheblichen Teil dazu beitragen, das Risiko an Krebs zu erkranken, aktiv zu senken.

Die im BKV organisierten unternehmensnahen Betriebskrankenkassen machen daher das Thema Krebsvorsorge zum Gesundheitsthema Nr. 1 im Jahr 2023. Im Rahmen ihrer gemeinsamen Präventionskampagne "Care Life"  informieren sie Versicherte über verschiedene Krebsarten und machen gezielt auf Vorsorgemaßnahmen aufmerksam.

Zum Start der Jahreskampagne lud der BKV Vertreter*innen aus Politik, Wissenschaft und Unternehmen nach Berlin ein, um gemeinsam über die Entwicklung von betrieblicher Gesundheitsförderung zu diskutieren. Neben der Vorstellung der neuen Kampagne gab es zudem Einblicke aus dem Betrieblichen Gesundheitsmanagement bei der Mercedes-Benz AG, der BKK PwC sowie dem Softwarekonzern SAP.

Betriebliches Gesundheitsmanagement in der Praxis: passgenaue Angebote statt Gießkannenprinzip

Die BKV Präventionskampagnen sind seit 2015 ein jährliches Angebot an die Mitgliedskassen im Verein. Im Mittelpunkt der Kampagne steht immer ein bestimmtes Thema wie zum Beispiel Herzgesundheit, gesunde Arbeit oder die Stärkung der persönlichen Ressourcen. In 2023/24 greifen die unternehmensnahen Betriebskrankenkassen das Thema Krebserkrankungen und Krebsvorsorge auf. Lars Grein macht den Erfolg der Kampagnen deutlich, dass bis zu 13.000 Mitarbeitende die Angebote pro Kampagne wahrnehmen; je nach Kasse zwischen 300 und 3.000 Beschäftigte. Die Informationen werden überwiegend digital über Videos, Webinare oder Podcasts bereitgestellt. Es gibt aber auch weiterhin Angebote vor Ort wie Screenings, besondere Aktionen und Materialien zum Mitnehmen wie Broschüren oder Jutebeutel mit Sonnencreme.

Unter dem Dach von „Health & Safety“ bietet Mercedes-Benz verschiedene Gesundheitsprogramme für die Beschäftigten an. Am Standort Berlin befinden sich eine Notfallversorgung und Akut Ambulanz sowie eine Sozialberatung, arbeitsmedizinische Vorsorge und Beratung, ein Rehabilitationszentrum und Angebote zur betrieblichen Gesundheitsförderung. Auch die gute Vernetzung zu externen Ärzten sei eine Besonderheit, erklärt Werksarzt Dr. Tobias Härtl. Im Rahmen der „Psychotherapeutische Kurzintervention“ arbeitet Mercedes-Benz zum Bespiel mit externen Kliniken zusammen und ermöglicht im Bedarfsfall einen kurzfristigen Termin bei einem Psychotherapeuten.

Mit „BGM 5.0“ möchte SAP den ganzheitlichen Ansatz von Gesundheit in dem Unternehmen betonen. Dazu gehören die Bereiche Organisation und Unternehmenskultur, die individuelle Gesundheit sowie Achtsamkeit und gesunde Haltung/Distanz. Der digitale Wandel führe zu einem Umdenken im Personalmanagement, sagt Arbeitsmedizinerin Dr. Lea Scheidt. Bei SAP arbeiten derzeit fünf Generationen, die alle unterschiedliche Bedürfnisse und Wünsche an das Arbeitssetting mitbringen würden. Deswegen könne man hier auch nicht mit dem „Gießkannenprinzip“ arbeiten, sondern entwickle Angebote, die sich an den jeweiligen Lebensphasen der Mitarbeiter*innen orientieren würden.

Was muss sich ändern? Präventionsgesetz und Bürokratieabbau sind gefordert

Christine Aschenberg-Dugnus (FDP), Erwin Rüddel (CDU) und Prof. Dr. Armin Grau (Grüne) sowie Lars Grein (BKK PwC) und Dr. Lea Scheidt (SAP) diskutierten in der anschließenden Podiumsrunde unter anderem über notwendige Veränderungen des Präventionsgesetzes und die Frage, was nötig sei, um den Unternehmen Betriebliches Gesundheitsmanagement zu erleichtern.

Für die Krankenkassen und Arbeitgeber sei die Bürokratie ein großes Hindernis für die Umsetzung von Betrieblichem Gesundheitsmanagement, betont Lars Grein. Hierbei ginge es vor allem um Lockerungen im Steuerrecht. Denn die Zertifizierung von Programmen nach den Bestimmungen des Sozialgesetzbuches sei sehr kompliziert und würde Anbieter abhalten. Hier müsse es Lockerungen durch den Gesetzgeber geben. Ein weiteres Problem sei nach Grein, dass Unternehmen die Ausgaben zur Gesundheitsförderung für die Mitarbeiter*innen individuell erfassen und dem Finanzamt melden müssten. Dies führe bei den Unternehmen zu einem erheblichen Verwaltungsaufwand und behindere die Gesundheitsförderung. Hier fordert Grein den Gesetzgeber auf, mit Hilfe von pauschalen bürokratieabbauende Lösungen die Betriebliche Gesundheitsförderung wirksam zu stärken.

Christine Aschenberg-Dugnus hob die wertvolle Arbeit hervor, die Betriebe durch präventive Angebote und Maßnahmen leisten würden. Das müsse mehr unterstützt und Hürden abgebaut werden. Die BKV Kampagne „Care Life“ findet sie insbesondere für jüngere Zielgruppen ansprechend, da die Informationen durch klare Symbole ins Auge springen und ohne viel Text vermittelt werden würden.

Armin Grau betonte, wie stark das Gesundheitswesen auf Kuration, auf das Behandeln von Krankheiten ausgerichtet sei und zu wenig auf Gesundheitsförderung und Prävention. Er wünscht sich die Stärkung der Kommunen im Präventionsgesetz. Denn das sei die wichtigste Lebenswelt der Menschen, gefolgt von der betrieblichen Arbeitswelt.

Zur Kampagne "Care Life"


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