„20 Jahre BKV“: Unternehmensnahe Betriebskrankenkassen fordern mehr Anreize für Prävention

Berlin, 12.11.2025 – Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesundheitswesen diskutierten, wie betriebliche Gesundheitsförderung und Prävention künftig stärker in der Regelversorgung verankert werden können.
In seiner Eröffnungsrede hob BKV-Vorstandsvorsitzender Toralf Speckhardt die besonderen Kompetenzen der unternehmensnahen Betriebskrankenkassen hervor:
„Wir denken Gesundheit und Wirtschaft gemeinsam: Gesunde Beschäftigte sind das Fundament erfolgreicher Unternehmen.“ Er forderte, Prävention mit mehr direkten Anreizen im Morbi-RSA zu verankern, etwa durch Zuschläge für Krankheitsgruppen, wenn Versicherte zuvor Präventionsangebote genutzt haben. Sein Fazit: „Prävention ist eine Win-Win-Win-Situation: Gesunde Versicherte, wettbewerbsfähige Unternehmen und ein entlastetes Gesundheitssystem.“
Im Anschluss diskutierten Dr. Lina Seitzl, MdB (SPD), Anne Janssen, MdB (CDU), Thomas Bittelmeyer (Betriebsratsvorsitzender Rolls-Royce Power Systems AG und Verwaltungsratsmitglied BKK MTU) und Dr. Carl Fahr (ehem. Leitender Konzernarzt Daimler Truck AG und Verwaltungsratsmitglied Mercedes-Benz BKK) über politische und praktische Ansätze zur Stärkung der Prävention in Unternehmen.
So betonte etwa Dr. Carl Fahr die wichtige Rolle der Betriebsärzte, die von der Politik bisher unterschätzt werde. Einen Gamechanger für die Versorgung der Versicherten sah er in der elektronischen Patientenakte (ePA): „Die ePA ist die Basis, um teure Mehrfachleistungen bei gedeckelten Budgets zu verhindern.“ Er kritisierte die fehlende Anbindung der Arbeitsmediziner an die ePA, z.B. um die Medikationsliste einsehen zu können.
Das Stichwort ePA griff Thomas Bittelmeyer auf. Er kann sich eine Verknüpfung der ePA mit künstlicher Intelligenz (KI) vorstellen, um Billionen von Datensätzen für die Versorgung der Patienten nutzbar zu machen: „Man könnte viel aus anonymisierten Datensätzen rausholen.“
Zustimmung kam von MdB Dr. Lina Seitzl (SPD): „Daten besser nutzbar zu machen, ist wichtig für die Versorgung und die Versorgungsforschung. Die Politik hat sich bereits auf den Weg gemacht.“
Auf die Vorteile unternehmensnaher Krankenkassen ging nochmals MdB Anne Janssen (CDU) ein: „Betriebliche Gesundheitsförderung und Prävention sind ein wichtiger Standortfaktor für Unternehmen. Nicht nur Bezahlung und Homeoffice sind wichtige Faktoren für die Beschäftigten, sondern auch die Gesundheitsvorsorge.“
Einig waren sich alle Teilnehmenden, dass Betriebskrankenkassen durch ihre besondere Nähe zu ihren Versicherten und ihren Trägerunternehmen bereits heute – und zukünftig noch stärker – eine zentrale Rolle in der betrieblichen Gesundheitsförderung einnehmen.
Mit dem Austausch setzte der BKV gemeinsam mit seinen Mitgliedskassen ein klares Zeichen in Richtung Politik: Betriebliche Gesundheitsförderung ist ein Schlüssel zur Prävention von morgen. Sie braucht verlässliche Rahmenbedingungen, die innovative Ansätze in den Betrieben ermöglichen und stärken.
Weitere Eindrücke von der Veranstaltung erhalten Sie beim Beitrag des Informationsdienstes Observer Gesundheit.


