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26042018

BKV lädt ein – Gesundheitspolitik der GroKo 3.0

© BKV (Fotograf: H.C. Plambeck)

Gesundheitspolitiker aller Fraktionen diskutierten bei „BKV lädt ein…“ am 18. April im Langenbeck-Virchow-Haus zu den Plänen des neuen Gesundheitsministers.

Krankenkassen benötigen Finanzreserven

Für lebhafte Diskussionen auf dem Podium sorgte eine aktuelle Forderung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn: Die Krankenkassen sollen ihre zum Teil zu hohen Finanzreserven abbauen. Das Vorhaben geht jedoch weit über den Koalitionsvertrag hinaus. Dieser sieht vor, dass künftig Arbeitgeber und Versicherte die Krankenkassen-beiträge zu gleichen Teilen zahlen.

Die vom BKV geladenen Gäste Dr. Roy Kühne (CDU), Maria Klein-Schmeink (Bündnis 90/Die Grünen), Boris Velter (SPD), Prof. Dr. Andrew Ullmann (FDP), Harald Weinberg (DIE LINKE.) sowie Detlev Spangenberg (AfD) und BKK-Vertreter Lars Grein (BKK PwC) waren sich einig und sprachen sich vehement dagegen aus, die Rücklagen der Krankenkassen anzuzapfen. Sinnvoller wäre es, vermeintliche Überschüsse in die Versorgung zu investieren.

Medizinische Versorgung darf nicht leiden

Insbesondere in der Pflege gäbe es etliche Vorhaben, die von den Krankenkassen finanziert werden müssen. So zum Beispiel die von der Bundesregierung geplante Stärkung der Pflege durch eine höhere Vergütung. Dabei geht es auch um die Frage, wie und woher das Personal gewonnen werden soll. So könne man zum Beispiel auf ausgebildete Pflegekräfte zurückgreifen, die aktuell einen anderen Beruf ausüben.

Eines ist jedoch klar: Ohne entsprechende Wertschätzung wird dies nicht gelingen. Alle Berufe im Gesundheitssystem – seien es Physiotherapeuten, Putzhilfen, Pflegekräfte oder Logopäden – müssen für ihre wertvolle Arbeit auch besser bezahlt werden. Ob der Koalitionsvertrag den Herausforderungen in der Pflege gerecht werde, darüber waren sich vor allem Maria Klein-Schmeink und Boris Velter uneinig. Lars Grein verwies zudem auf komplizierte Abläufe und aufwendige Bürokratie in Krankenhäusern. Digitale Lösungen würden hier zu Entlastungen führen und damit Ärzten und Pflegekräften mehr Zeit für die Behandlung und Kommunikation mit ihren Patienten verschaffen.

Auch die ärztliche Versorgung im ländlichen Raum stellt im Zuge des demografischen Wandels eine immer größere Herausforderung dar. Die Gäste diskutierten verschiedene Lösungen, wie fehlende Ärzte gewonnen werden können. Krankenschwestern könnten als Schnittstelle zwischen Patient und Arzt fungieren. Der Einsatz moderner telemedizinischer Technologie ermöglicht es dabei, Werte zu Blutdruck, Puls oder Blutzucker direkt an den betreuenden Arzt zu übermitteln oder spontan eine Videokonferenz abzuhalten. Online-Sprechstunden und Versandhandel bieten ebenfalls Alternativen zum klassischen Arztbesuch, wie Lars Grein berichtet.

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